Kipperkarten Bedeutung

Kipperkarten zählen zu den bekanntesten Wahrsagekarten, die zum Kartenlegen genutzt werden. Wenn du dir die Karten anguckst, werden dir als erstes die detailreichen Motive auffallen. Alle Darstellungen sind an den (gut-) bürgerlichen Alltag angelehnt und stehen für eine bestimmte Grundstimmung, die mit jedem Motiv verbunden wird. Zudem sind bei den Kipperkarten besonders viele Personenkarten enthalten, was die Kipperkarten besonders geeignet macht, nach Beziehungen und dem sozialen Umfeld zu fragen.

Besonderheiten der Kipperkarten

Die Kipperkarten sprechen deine Gefühlswelt an sowie dein Verhältnis zu Personen in deinem Umfeld. Daher ist grundsätzlich deine Intuition beim Betrachten der ausgelegten Kipperkarten wichtig. Der Kartentitel gibt dir nur eine grobe thematische Orientierung zur Karte, das Motiv und dein Gefühl beim Betrachten des Bildes sind der erste Schlüssel zur Deutung der Karte im Einzelnen und insbesondere des Gesamtbilds aller ausgelegten Karten. Die Darstellungen sind detailliert und durchaus mehrdeutig gehalten. Das heißt nicht, dass du nicht schnell die Grundstimmung der Karte erfassen kannst – ganz im Gegenteil. Aber es heißt auch, dass die enthaltende Botschaft dich auf mehreren Ebenen ansprechen kann.

Damit du die notwendige Intuition beim Deuten der Kipperkarten erlangst, solltest du dir alle Karten zunächst im Detail anschauen. Versuche, das grundlegende Gefühl beim Betrachten einzuprägen. Anschließend mische die Karten und lege ein paar Karten aus, um dich an einer Deutung zu versuchen. Sehe es zunächst spielerisch und stelle klare, einfache Fragen. Wenn du ein Gespür für die Kipperkarten bekommen hast, kannst du die Karten dann so auslegen, wie es deine Frage oder Lebenssituation erfordert.

Die Geschichte der Kipperkarten

Die Entstehungsgeschichte der Kipperkarten ist nicht eindeutig belegt. Bekannt ist nur, dass diese Karten ab dem späten 19. Jahrhundert eine weite Verbreitung in Deutschland fanden und seit der Zeit fürs Kartenlegen und die Wahrsagerei genutzt wurden. Ein möglicher Ursprung könnte Susanne Kipper sein, eine deutsche Kartenlegerin aus der Zeit, die nach ihrer Übersiedelung nach Bayern durch das Kartenlegen mit Lenormandkarten Probleme mit der Obrigkeit bekam. So entwarf sie ein alternatives Kartendeck, dessen Kartenmotive sich am gutbürgerlichen Alltag anlehnten statt am einfachen Alltag, wie ihn die Lenormandkarten zeigten. Eine alternative Erklärung liegt in dem Begriff “Kipper”. Kipper ist ein alter Begriff für Münzfälscher und könnte hier im übertragenen Sinne angewandt worden sein.

Grundordnung der Kipperkarten

Wie viele andere Kartendecks zum Kartenlegen auch bestehen die Kipperkarten aus 36 Einzelkarten. Wie bereits erwähnt, zeigt jede Karte ein einzigartiges Motiv. Jede Karte ist zudem aufsteigend nummeriert und trägt einen Titel, der die Thematik der Karte nennt. Im Gegensatz zu anderen Karten enthalten die Kipperkarten besonders viele Personenkarten. Diese repräsentieren eine Grundstimmung oder Auskunft in Bezug zu einer aktuellen Situation sowie deren zukünftige Entwicklung. Beispiele der wichtigsten Personenkarten sind die weibliche und männliche Hauptperson, Mutter, Vater, Kind(er), Schwester und Bruder. Denke immer daran, dass die Karten symbolisch zu verstehen sind, also dir Karten dich auf mehreren Ebenen ansprechen.

Deutung der Kipperkarten

Zu jeder Einzelkarte gibt es eine Einzelbeschreibung, an denen du dich zunächst orientieren kannst. Jedoch ist auch der Kontext wichtig, welche Frage oder welches Thema du an die Karten stellst. So ist beispielsweise die Karte “Diebstahl” zum Thema abnehmen ein Hinweis auf deinen Erfolg. In einem anderen Kontext können die Karten dann wiederum näher an der wörtlichen Deutung liegen. Lass dich hier immer von deiner Intuition leiten.

Für einzelne Karten soll nachfolgend dir ein Deutungsansatz gegeben werden, beginnend mit der Karte “Hauptperson”. Das gilt natürlich jeweils für einen männlichen oder weiblichen Fragesteller. Die Hauptperson steht für dich. Auch hier kann dir die Karte selbst bereits mehr Hinweise geben, nicht nur, dass es sich um dich dreht. Sie kann auch für deine zentralen Eigenschaften stehen oder eine Situation oder Thema, das dir im Moment besonders am Herzen liegt. Sie kann auch eine Warnung sein, dass du beispielsweise zu egozentrisch bist.

Die Karte “Angenehmer Brief” steht für eine positive Nachricht. Nachricht ist hier durchaus auch in einem übertragenen Sinne möglich oder kann sich beispielsweise auch auf eine positive finanzielle Entwicklung beziehen. In Zusammenhang mit (neutralen) Sachkarten wirkt die Karte als positiver Entwickler.

Die Karte “Das Wohnzimmer” steht für etwas, das dir sehr nah ist oder in dein unmittelbares Umfeld kommt. Weiterhin steht sie für einen neutralen Zustand. Bei der Karte “Hohe Ehren” steht dir eine Belohnung oder Anerkennung ist Haus oder auch, dass du ein Ziel erreichst. Ebenfalls positiv ist die Karte “Die Hoffnung” (auch “Großes Wasser”). Beim Thema Beruf steht sie für neue Möglichkeiten, sonst auch für Reichtum, den du allerdings nicht geschenkt bekommst.

Die Deutung in der Kombination

Bei der Deutung des Gesamtbildes helfen dir die Schlüsselbegriffe und -figuren der einzelnen Karten. Hierüber erhältst du eine Grundgeschichte, die dir die Karten zeigen wollen. Um diese Verbindung herum muss sich dann deine Interpretation der Gesamtheit aller Karten drehen. Eine Hilfe hier ist beispielsweise die Blickrichtung der abgebildeten Person einer Personenkarte – vergangene Ereignisse liegen im Rücken der Person aus, die Blickrichtung ist somit auch zeitlich nach vorn.

Sind Personenkarten und Hauptpersonen nah beieinander, deutet das auf ein zügiges Eintreten von Ereignissen hin. Liegen sie weiter weg voneinander, treten die Ereignisse später ein. Hauptpersonen verstärken negative Karten, wenn diese nachfolgen, andere Personenkarten schwächen vorliegende negative Karten ab. Karten, die über dem Kopf einer Person liegen, zeigen die Themen an, mit der sich diese Person beschäftigt. Karten zu ihren Füßen repräsentieren Themen, mit denen sich die betreffende Person nicht beschäftigt oder ihr entgeht. Versuche mit einfachen Fragen und Legungen dieses Grundprinzip weiter auszubauen.

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