Lenormand Tarot

Neben den klassischen Kartendecks zum Kartenlegen etablieren sich auch immer wieder neuere Konzepte. Das Kartenlegen bewegt sich schließlich in seiner Art und seinem Anspruch weiter. Ein Ausdruck hiervon ist das Lenormand Tarot, das die scheinbar nicht zu vereinbarenden Tarotkarten und Lenormandkarten – und weiterer Decks – zusammenführt, um die Stärken dieser beiden Kartensysteme zu vereinen. Ernest Fitzpatrick, ausgewiesener Tarotexperte, schuf im Jahre 2006 dieses neue Kartendeck. Die detailreichen Motive geben dir den Berührpunkt zu deiner Lebenssituation, um dich darin zu unterstützen.

Welche Besonderheiten hat das Lenormand Tarot?

Entwickler des Lenormand Tarots, Ernest Fitzpatrick, hat das neue System sehr sorgsam entwickelt, um die verschiedenen Stärken bestehender Wahrsagerkarten zusammenzubringen. Die reichhaltige Bildersprache des Lenormand Tarots ergänzt die Lenormandkarten, die sich ebenfalls durch die Darstellung leichte Interpretation der Motive auszeichnet. Gleichzeitig werden Motive und Bilder der Tarotkarten, Zigeunerkarten und der Sibilla Oracle Cards eingefügt. So findet sich beim Lenormand Tarot beispielsweise das Große Arkana des Tarot wieder, aber angelehnt an das frühere Etteilla-Tarot, die verbreitetsten Wahrsagekarten im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Diese Karten waren zudem Einfluss auf die Lenormandkarten. So schließt sich somit der Kreis.

Die Motive des Lenormand Tarots sind zwar neu überarbeitet, aber weiterhin an den Alltag und das Zeitgeschehen des 18. und 19. Jahrhunderts angelehnt. Auch die bekannte Symbolik vieler Karten aus dem Tarot und den Lenormandkarten werden im Lenormand Tarot wiedergegeben. So hast du ein neues Kartendeck zum Kartenlegen, hast durch die Motive aber gleichzeitig ein vertrautes Gefühl und einen einfachen Einstieg in die Interpretation der ausgelegten Karten. Durch den Zusammenschluss der unterschiedlichen Stärken der verschiedenen Kartendecks erlaubt dir das Lenormand Tarot auch einen breiteren Deutungsspielraum und Fragen aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zu den Lenormandkarten?

Der Begriff Lenormand Tarot mag sich in deinen Ohren zunächst etwas seltsam anhören, da sowohl bei den Motiven, als auch in der grundsätzlichen Ausrichtung Lenormandkarten und Tarotkarten deutlich unterscheiden. So ist das klassische Tarot mit 78 Karten in der Unterteilung Kleines und Großes Arkana sehr unterschiedlich zu den gleichgewichteten 36 Karten des Kleinen Blatts der Lenormandkarten. Das Tarot versteht sich zudem als sehr symbolisches und abstraktes Wahrsagesystem, während sich die Lenormandkarten eher an der pragmatischen Deutung über klare Bilder orientieren.

Wie geht das nun zusammen? Das Lenormand Tarot setzt ebenfalls auf die klare Sprache der Bilder, will aber gleichzeitig die symbolische Orakelkraft des Tarots in das neue Deck einfließen lassen. Dadurch sind zahlreiche neue Motive entstanden, die Symbolhaftes mit einem klaren Motiv verbindet. Im Zentrum stehen Lebenssituationen und Personen, die nun in den Karten deutlich vielfältiger dargestellt werden. Das erlaubt auch mehr Fragen an die Karten und eine vielseitigere Deutungsmöglichkeit als mit Lenormandkarten allein.

Damit kannst du dem Lenormand Tarot aus nahezu allen Bereichen deines Alltags, deiner Gefühlswelt und deiner spirituellen Suche Fragen stellen. Einfache Themen, komplexe Themen, Entscheidungshilfen, einfache Ja-Nein-Fragen oder ein schlichter Hinweis kannst du mit dem Lenormand Tarot erhalten. Fragen zu Partnerschaft, Liebe, Glück, Beruf, Gesundheit, dem sozialen Umfeld, dir selbst, deiner spirituellen Ebene und viele weitere Themen kannst du so mit dem Lenormand Tarot bearbeiten.

Wie kann ich das Lenormand Tarot deuten?

Da das Lenormand Tarot noch relativ neu ist, sind ausführliche Deutungshilfen und Literatur hierzu noch rar. Wenn du bereits Erfahrung im Kartenlegen mitbringst, profitierst du von den einfachen Grundbedeutungen der Karten des Lenormand Tarots und kannst mit der nötigen Aufgeschlossenheit die Karten des Lenormand Tarots schnell interpretieren lernen. Dennoch ist es auch mit Erfahrung – und erst recht als Anfänger – wichtig, dich zunächst einmal mit den Karten vertraut zu machen.

Betrachte daher zunächst alle Motive mit einem aufgeschlossenen Blick und achte genau auf deine Gefühle und innere Stimme beim Sehen der Motive. Intuition ist auch beim Lenormand Tarot wichtig und gibt dir einen wichtigen Schlüssel zur Deutung der Karten. Die Motive sind meist selbsterklärend, neben dem Offensichtlichen achte aber dennoch stets auf die Details. Diese sprechen eine weitere Deutungsebene an und sind wichtig, um beispielsweise ein Gesamtbild der ausgelegten Karten deuten zu können.

Vermutlich so stark wie bei keinem anderen Kartendeck erzählen dir die Karten des Lenormand Tarots eine Geschichte. Das ist bei den Einzelkarten bereits der Fall. Übe am besten spielerisch die Deutung der Karten, indem du einfache Legungen ausprobierst und die ausgelegten Karten in einem geschichtlichen Zusammenhang bringst. Dank der vielen Personenkarten wirst du schnell einen Ansatz finden und einen Hinweis auf deine Frage erhalten. Achte zudem vor allem am Anfang auf eine klar formulierte und einfache Frage an die Karten.

Beispiele für eine Deutung

Um dir eine Orientierungshilfe bei der Deutung der Karten zu geben, sollen zwei Beispiele kurz angesprochen werden. Die Karte “Sieben der Münzen” zeigt ein Paar, das sich unterhält. Das Verhältnis der abgebildeten Personen zueinander ist nicht klar und gewinnt erst an Kontinität durch deine Deutung. An sich steht die Karte für Geduld und dafür, dass etwas länger dauert, als geplant. Im Lenormand Tarot kann diese Karte auch als offener Dialog interpretiert werden.

Die Karte “Die Acht der Kelche” steht im Lenormand Tarot für einen Ortswechsel. Als Motiv ist ein Mann mit Perücke zu sehen. Im traditionellen Tarot würde man hier eher den schweren, aber freiwilligen Abschied vermuten. Im Lenormand Tarot ist die Auslegung zunächst neutral und hängt von den weiteren Karten und deiner Frage ab. So muss es sich beispielsweise auch nicht um einen Abschied handeln.

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